
Nehmen wir als Beispiel, dass noch nicht so lang in der Medizin bekannte „Broken-Heart-Syndrom“, das „gebrochene Herz“ , ist eine plötzlich auftretende Funktionsstörung des Herzmuskels. Kummer und/oder Stress können das Syndrom auslösen. Die Wissenschaft vermutet, das belastende emotionale Lebensereignisse diese Erkrankung auslöst, wie der Verlust eines lieben Menschen, durch Tod oder bei Trennung der Beziehung. Oft wird dies als traumatisches Erlebnis empfunden.
Haben wir nicht auch im Volksmund Ausdrücke dafür „Ihr wurde das Herz gebrochen.“ Oder wenn bei Paaren die lange miteinander lebten, der eine Partner stirbt und der andere auch kurz darauf „Er ist ihr nachgegangen“. Dies als mögliches Beispiel kann uns die Auswirkungen der Psyche auf den Körper aufzeigen und zeigt die Kraft unseres Seelenlebens.
Psychosomatik nennt man diese Wechselwirkung zwischen Psyche und Körper. Nicht nur plötzlich auftretende Ereignisse können unseren Körper belasten und einschränken, ebenso Belastungen über einen längeren Zeitraum.
„Jeder hat sein Pinkerl/Pakerl zu tragen.“ Dieses Pinkerl/Pakerl ist in den meisten Fällen kein Geschenk, sondern eine Last, die man mit sich trägt und wie bei jeder Last, die man trägt, bedarf es Kraft und Anstrengung.
Haben viele von uns nicht schon in der Kindheit gehört, dass wir stark sein müssen oder „bis du heiratest ist es wieder gut“. Es stellt sich die Frage, was bedeutet stark zu sein und was wird wieder gut? Unsere Gesellschaft ist oft geprägt durch Leistung, keine Schwächen zu zeigen, um weiter dem Bild des Perfektionismus zu folgen.
Oft bleibt dies aber nicht ohne Folgen, den hinter der äußeren Fassade stecken soziale und psychische Muster, die Erkrankungen wie „Burnout“ zur Folge haben, man ist im wahrsten Sinne des Wortes ausgebrannt. Oft zeigt die Psyche auf, dass etwas nicht in Ordnung ist und dies wirkt sich wiederum auf den Körper aus.
Auch hier zeigt der Volksmund viele spannende Blickwinkel und Sichtweisen, wie z.B. für sich selbst zu sorgen und dass man nicht alles allein bewältigen muss. Wie noch in einzelnen Gaststätten bei gestickten Bildern sinngemäß zu finden ist, „Hockt di her da, sind ma mehr da.“ – „Essen hält Leib und Seele zusammen.“ – „Liebe geht durch den Magen.“
Immer wieder zeigt sich heutzutage, dass den eigenen Bedürfnissen, Problemen nicht genügend Gewicht oder Ernsthaftigkeit gewidmet werden oder die eigenen Probleme nicht wahrgenommen werden wollen. Auch der gesellschaftliche Druck als schwach gesehen zu werden, hält Menschen davon ab, bei Problemen sich Rat und Hilfe einzuholen.
Dabei zeigt die Psychosomatik die Einflüsse von sozialen und psychischen Faktoren, die sich dann auf den menschlichen Körper niederschlagen können. Körper, Geist und Seele bedingen einander und schließen sich nicht gegenseitig aus.
So darf ich mit den lieben Worten den Abschluss finden „Schau auf di.“
Gastkommentar: Stefan Neuhauser
Leiter für systemische Familienaufstellungen und psychosozialer Berater
www.neuhauser.at
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